Energiesparhäuser - Massivhaus energieeffizient bauen
Das Thema Energiesparen drängt sich seit einigen Jahren beim Bauen in den Vordergrund - in Zukunft, angesichts ständig steigender Energiepreise, dürfte sich das noch steigern. Die Energieeffizienz eines Hauses entscheidet schließlich über die Folgekosten für seine Bewohner in den kommenden Jahren und Jahrzehnten. Wem es gelingt, seinen Neubau in energetischer Hinsicht zukunftsfähig zu machen, der spart kontinuierlich Geld und hat zudem ein gutes Gewissen, weil er mit wertvollen Resourcen sparsam umgeht. Aber auch aus Sicht des Gesetzgebers ist Energiesparen unumgänglich, das zeigt die zunehmende Verschärfung der Energieeinsparverordnung. Welche Möglichkeiten aber gibt es ein Haus energieeffizient zu bauen - was macht ein Energiesparhaus aus?
Die Gebäudehülle für ein Energiesparhaus
Bei einem Energiesparhaus gilt es, Wärme so lange wie möglich im Haus zu halten. Dazu muss das Gebäude richtig "warm eingepackt" werden. Die Gebäudehülle sollte hoch wärmegedämmt sein, und zwar ohne Lücken. Das betrifft die Fenster, das Dach, die Außenwände und die Dämmung von unten her. Energiesparhäuser besitzen Fenster mit Dreischeibenverglasung, an der Dämmung von Dach und Wänden wird nicht gespart. Davon profitieren Hausbesitzer lange Zeit: Während Haustechnik nach etwa 20 Jahren allmählich ausgetauscht werden muss, machen sich bei Energiesparhäusern die guten Dämmwerte der Gebäudehülle ein "Häuserleben" lang positiv im Geldbeutel bemerkbar.
Energiesparhäuser benötigen moderne Heizungssysteme
Energiesparhäuser werden heute häufig mit modernen Wärmepumpen versehen, die ein energiesparendes Heizen ermöglichen. Bauherren könnten dabei wählen zwischen einer Erdwärmepumpe mit Erdsonde und Direktverdampfer und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Bei ersterer werden Erdsonden bis in 100 oder 200 Meter Tiefe in den Boden geschoben. Ein frostgeschütztes Kältemittel zirkuliert zwischen Sonde und der Wärmepumpe. Weil es kühler ist als die Erde, entzieht es dieser Wärme, die es an den Verdampfer der Wärmepumpe abgibt. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe gewinnt Wärme aus der Außenluft und nutzt diese zum Heizen sowie zur Warmwasserbereitung. Das funktioniert sogar im Winter bei minus 20 Grad.
Energie aus der Sonne nutzen
Sonnenwärme kann bei einem Energiesparhaus auf zweierlei Weise genutzt werden: für Fotovoltaik (zur Stromerzeugung) und für Solarthermie (Warmwasserbereitung und Heizung).
Eine Fotovoltaik-Anlage (auch Photovoltaik) empfiehlt sich, wenn Ihr Hausdach nach Süden oder Südwesten ausgerichtet ist und eine eher flache Neigung hat. Unter diesen Bedingungen ist der Ertrag der Module am höchsten. Solarthermie sorgt für die Warmwasserbereitung - so kann im Sommer die Heizung ausgeschaltet bleiben und heißes Wasser ist trotzdem vorhanden. Sie kann aber auch zur Heizungsunterstützung beitragen. Für ein Energiesparhaus bietet sich die Nutzung von Sonnenenergie auf jeden Fall an. Zukunftsweisendes Bauen kommt heute praktisch nicht mehr ohne diese "Gratisenergie" aus.
Lüftungsanlagen im Energiesparhaus
Energiesparhäuser gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen, etwa als Niedrigenergiehaus. Am Ende der Liste steht das Passivhaus, ein Null-Energie-Haus. Verwirklichen lässt sich das nur mithilfe einer Lüftungsanlage. Bei einer kontrollierten Wohnraumlüftung entzieht ein Wärmetauscher Wärme aus der Abluft und heizt damit die Zuluft. Mit einer Lüftungsanlage sinkt der Energieverbrauch. Das Lüften "von Hand" entfällt in einem Passivhaus. Feuchteschäden durch falsches oder unzureichendes Lüften treten bei einer kontrollierten Wohnraumlüftung nicht auf. Während der Heizperiode sollten allerdings die Fenster geschlossen bleiben.
Energiesparhäuser können mit unterschiedlichen Mitteln energieeffizient gemacht werden. Wenn Sie ein "sparsames" Haus bauen wollen, empfiehlt sich häufig die Kombination verschiedener Energiespartechniken. Ihr Bauberater berät Sie, welche Sie miteinander kombinieren könnnen, um dieses Ziel zu erreichen.